Wie man Vermögen aufbaut – mit und ohne Zeit – Teil 2

Letzte Woche haben wir uns angesehen, was passiert, wenn man nichts spart und von der Hand in den Mund lebt — oder schlimmer noch, Kredite aufnimmt, um seinen Lebensstil zu finanzieren. Heute besprechen wir, wie man Vermögen aufbauen kann. Man hat dazu im Wesentlichen zwei Stellschrauben: Die Reduktion deiner Ausgaben, und die Erhöhung deiner Einnahmen. Um Vermögen aufbauen zu können, müssen deine Einnahmen immer größer als deine Ausgaben sein.

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Vermögensaufbau mit Zeit. Erarbeiten wir zunächst, wie man Vermögen aufbaut, in dem der Faktor Zeit eine Rolle spielt. Im Wesentlichen geht es darum, einen Teil seines Einkommens zu sparen, und die Differenz dann renditestark anzulegen. Die Rendite sollte dabei >2% betragen, denn das ist die gewöhnliche Inflationsrate, die die Kaufkraft deines Geldes Jahr für Jahr mindert. Damit fallen als Anlage viele Produkte schon weg, z.B. Tagesgeldkonten, die jährlich max. 1% bringen. Am Häufigsten wird dabei als Anlage die Börse (Indexfonds oder Einzelaktien) gewählt.

Dabei erhält man, je nach Strategie,  Renditen von 5 — 25 % p.a. und wartet, bis sich der Zinseszins exponentiell entfaltet. Sehen wir uns zum Beispiel mal an, was passiert, wenn wir €10.000 zu 15 % p.a. anlegen und jährlich noch €10.000 zusätzlich sparen:

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Die magische €1.000.000 ist nach 20 Jahren erreicht. Bei einer realistischeren Rendite von 8% erreicht man diese Zahl nach 29 Jahren. Mit €1.000.000 im Depot muss man nicht mehr arbeiten und kann dennoch ein mittelständisches, angenehmes Leben führen.

Je mehr man zurücklegen kann, desto schneller kann es gehen. Man muss dabei aber seine Ausgaben kürzen und sich in Einschränkung üben, weil man sparen muss. Alternativ kann man die Einnahmen hochschrauben. Bei der bevorzugten Quelle des Einkommens — der klassischen Arbeit, bei der man Geld gegen Zeit tauscht — muss man aber mit vielen Einschränkungen leben. Gehaltserhöhungen und der Wechsel des Arbeitsplatzes, um ein besseres Gehalt zu erhalten, sind nach oben gedeckelt. Man wird also irgendwann bei der Maximierung seiner Einnahmen bei dieser Methode leider an Grenzen stoßen. Auch die maximale Einnahme am Tag ist mit dem Faktor 24 (denn der Tag hat ja 24 Stunden) erreicht. Gleichzeitig stoßen auch die Ausgaben an Grenzen, und man muss nun viele Jahre, sogar Jahrzehnte so durchhalten, bis man sehr großen Wohlstand erschaffen hat. Mit der Zeit werden die Dividenden von 100,00 € monatlich auf 500,00 € klettern. Man arbeitetet weiter und verzichtet auf den Starbucks-Coffee, denn jeder 1€ könnte in 30 Jahren 1000 € wert sein.

Diese Vorgehensweise kann sich, je nachdem wie man es kennt und gewöhnt ist, als sehr anstrengend und entbehrend entpuppen. Und eben auch frustrierend. Das größte Problem ist aber, dass man den Faktor Zeit hier mit einbindet und sogar die meiste Arbeit machen lässt. Bis das Vermögen einen nennenswerten Wert erreicht, muss man sich Jahrzehntelang in Geduld üben. Zeit heißt, dein Leben für 8% p.a. Selbst wenn man mit 18 Jahren anfängt, wird es lange dauern, die erste Million auf diese Weise aufzubauen, aber die Jugend ist weg. Zudem gibt man das Geld an Märkte ab, die man nicht kontrollieren kann. Wenn du dein Geld in einem ETF DAX hält, hast du keine Kontrolle über die Entscheidungen von VW, Fresenius und Allianz oder Blackrock, dessen ETF du gekauft hast.

Beim Vermögensaufbau via Börse kombiniert man also seine endliche, nie wieder zurückkehrende Lebenszeit mit unkontrollierbaren Faktoren, auf die man keinen Einfluss nehmen kann, besonders nicht als Kleinaktionär.

Diese Methode ist an sich nicht das größte Übel, schlimmer wäre es noch, am Seitenrand zu stehen, gar nichts zutun und dem Geld beim Schmelzen zuzusehen. Man muss sich aber dringend bewusst sein, dass der Vermögensaufbau mit der Börse nicht für jeden Menschen das Richtige ist, sondern nur für folgende Ziele geeignet ist:

  • Du möchtest deine Rente aufhübschen.
  • Dir macht deine Arbeit (Zeit gegen Geld tauschen) Spaß oder bringt dir andere Vorteile (interessante Aufgabe, Kontakte, …)
  • Du lebst ohnehin sehr sparsam und bevorzugst es, einen bescheidenen Lifestyle zu leben,
  • Du möchtest etwas schneller in Rente gehen als üblich.
  • Du fühlst dich in der Mittelschicht wohl und möchtest diesen Lebensstandard erhalten.

Für alle anderen, ist diese Methode nicht das Richtige. Alle anderen Menschen müssen mit Frugalismus und dem möglichst harten Sparen ihre Lebensträume für die Jugend begraben. Mir ist das leider bewusst geworden, als ich mir vor ein paar Wochen eine semi-professionelle Schere gekauft habe, um mir in Zukunft den Friseur zu sparen. Oder dass ich mich dabei ertappe, zu kalkulieren, dass meine Brille auf Dauer günstiger ist als das Tragen von Kontaktlinsen — wobei mir der Gedanke an ewiges Brillentragen wirklich Unbehagen bereitet. Am Anfang letzten  Jahres habe ich auch meine Kosmetik-Besuche gekappt, keine gemachten Nägel mehr und auch keine gemachten Wimpern, was insgesamt 100€ zusätzliche Fixkosten pro Monat waren. Ja, dieses Geld habe ich jetzt gespart und es arbeitet fleißig an der Börse für mich. Und, es ist natürlich jedem außer mir egal, wie ich aussehe. Einige sagen, es sieht sowieso scheiße aus. Meinetwegen.

Das sind zwar natürlich nicht meine großen Lebensträume, aber ich merke langsam, wie ich an meine Grenzen stoße, weil ich langsam realisiere, dass das nicht mehr ich bin. Nein, die Brille gehört nicht zu mir und war ursprünglich als Überbrückung gedacht, weil meine Augen einige Zeit lang sehr gereizt waren. Ein paar Monate oder 1 Jahr auf Kontaktlinsen zu verzichten, okay. Aber wenn ich darüber nachdenke, das Ganze mindestens 10, wenn nicht gar 20 oder 30 Jahre, durchzuhalten, werde ich einfach nur traurig.

Wünscht man sich einen besonderen Lifestyle, exotische Reisen oder (man darf es ja gar nicht aussprechen) gar einen Ferrari oder Lamborghini, heißt das also mit dieser Art des Vermögensaufbaus: Vergiss es. Bis man fähig ist, sich so ein Auto zu leisten, ist man 60,70,80, die Jugend ist unwiederbringlich fort und eigentlich hat sich der Traum trotz des jetzt vorhandenen Geldes ausgeträumt. Wie viele Jahre kann man großen Wohlstand genießen mit dieser Methode, bevor man stirbt? Nicht sehr lange. Macht denn die Gesundheit in dem Alter noch mit, wenn man vorhat, auf Reisen zu gehen? Am Ehesten werden sich die Enkel über das Erbe freuen und vielleicht leistet sich ja einer von ihnen den Ferrari? Wer weiß …

Wenn man im Jahre 1919 $40 (inflationsbereinigt heute etwa $600) in Coca-Cola-Aktien investiert hätte, hätte das Gekaufte im April 2012 einen Wert von $9,8 Millionen gehabt. Das ist mathematisch und faktisch einwandfrei, aber wie realistisch ist das in Bezug auf unser Leben? Nehmen wir an, derjenige wäre 16 gewesen (was schon sehr jung ist), als er es investiert hat, also geboren im Jahre 1903. Nicht nur, dass bis dahin kein Krebs besiegt werden musste, zwei Weltkriege irgendwie überlebt werden mussten und sonstige Zwischenfälle nicht vorkommen durften, derjenige muss für dieses Ergebnis im Jahr 2012 im Alter von 109 Jahren immer noch am Leben sein. Wenn man aber realistisch kalkuliert, was haben wir dann? Richtig, einen toten Multimillionär.

Wenn du Menschen triffst, die durch diese Methode reich geworden sind, dann wirst du feststellen, dass sie alle alt sind. Ähnlich wie in einem Job, spielt der Faktor Zeit die entscheidendste Rolle. Da aber unsere Zeit begrenzt ist, und man bei der Börse das Geld in unkontrollierbaren Gefilden arbeiten lässt, ist das nicht die beste Lösung, glaube ich.  

Manche Menschen wissen das und wollen trotzdem mehr. Das sind diejenigen, die anfangen zu zocken. 

Diese betreiben dann Market-Timing oder spielen Lotto an der Börse, um den großen Gewinn einzufahren und die Rendite massiv zu steigern. Das ist natürlich eine Möglichkeit, schließlich schießen die Bitcoin-Millionäre gerade wie Pilze aus dem Boden. Das Entscheidende bleibt aber auch hier, dass man das, was man da tut, nicht kontrollieren kann. Hier spielt Glück eine große Rolle, auf welches Pferd man setzt. Die Wahrscheinlichkeit mag größer sein als beim Lotto, aber trotzdem ist es eine Art Glücksspiel mit unkontrollierbaren Faktoren.

Aber Warren Buffett ist damit reich geworden! Warren Buffett hat seine ersten, geschäftlichen Erfahrungen als Grundschulkind gemacht und bereits in dem Alter angefangen zu sparen. Wenn man mit 5 anfängt, und es zugleich sehr gut macht, hat man vielleicht wirklich eine Chance, mit 30 Millionär zu sein. Tatsächlich streben viele an, Renditen wie Buffett einfahren, also etwa 20 % p.a. trotz Rezession und Baisse. Und auch Buffett hat sich das Erreichen seiner ersten Million im Alter von 35 errechnet:

„Als er bei seinem Freund Stu Erickson auf der Veranda saß, verkündete Warren, er werde mit 35 Jahren Millionär sein. Für ein Kind in der von der Zeit der Wirtschaftskrise geprägten Atmosphäre von 1941 war das eine kühne, ja beinahe einfältige Aussage. Aber seine Berechnungen – und das Buch – sagten ihm, dass es möglich war. Er hatte noch 25 Jahre und er brauchte mehr Geld. Aber er war sicher, dass er es schaffen könnte. Je mehr Geld er in frühen Jahren ansammeln konnte, desto länger könnte dieses Geld Zinsen bringen und desto besser standen die Chancen, dass er sein Ziel erreichen würde.“ (Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball* von Alice Schroeder)

Aber sag mir, wenn man mit 20 oder 30 beginnt, Fussball zu spielen, denkst du, man kann es professionell machen und in ein paar Jahren in der WM mitspielen? Menschen, die Profis und sehr gut auf einem Gebiet sind, haben schon sehr früh mit ihrer Übung angefangen, also schon im Kindesalter. Diese Menschen verzichteten mit 11 Jahren auf das Wochenende, um im Verein zu trainieren und immer besser zu werden. Zugleich sind das idealerweise die Kinder, die ein besonderes Talent haben, sodass ihr Fortschritt überdurchschnittlich schnell sein dürfte. Und so einer ist Warren Buffett.

Ein entscheidender Unterschied ist zudem, dass Buffett stets bemüht war, Kontrolle auszuüben. Er besuchte schon früh Hauptversammlungen und versuchte, auf seine Unternehmen, an denen er Beteiligungen hielt, Einfluss zu nehmen. Buffett war jahrzehntelang besessen, Geld zu vermehren. Er hat seine Kinder  und Frau vernachlässigt, um sich der Börse zuzuwenden. Seine Frau Susan Buffett hat sogar sein Zimmer mit Dollarzeichen tapeziert. Nein, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man nicht wiederholen kann, was er getan hat. Höchstwahrscheinlich wird es trotzdem irgendwann jemanden geben, der ihn toppen kann, aber derjenige wird mit 5 seinen Weg beginnen und nicht mit 35.

Fazit. Das Geld an die Börse zu tragen, ist an sich keine schlechte Idee und kann zu langsamen Wohlstand führen. Das ist ideal, wenn man etwas früher in Rente gehen und dabei den mittelständischen Lebensstil  erhalten will oder wenn man die Rente aufhübschen will und sorglos im Alter sein möchte. Im Großen und Ganzen ist diese Methode für mich nicht als Vermögensaufbau an sich zu verstehen, sondern als Vermögenserhalt. Es ist essentiell, dass man sich damit beschäftigt, um einen konstanten passiven Einkommensstrom aus seinen erwirtschafteten Gewinnen zu generieren. Deswegen wird es in diesem Blog natürlich weiterhin auch um die Börse gehen. Zum Vermögensaufbau eignet es sich, meiner Meinung nach, eher weniger, weil es Zeit (also deine endliche Lebenszeit) als entscheidenden Faktor in eine nicht-kontrollierbare Umgebung einbindet. Die Raumzeit macht dem mathematisch einwandfreien Zinseszins einen Strich durch die Rechnung.

„Was braucht man, um an der Börse ein Vermögen zu verdienen?“ — „Ein Vermögen.“ 

Als Nächstes möchte ich den tatsächlichen Vermögensaufbau thematisieren, der innerhalb weniger Jahre sehr große Vermögen erlaubt, die an die Börse getragen werden können.

Schöne Grüße & eine erfolgreiche Woche,
Anna.

Quellen: [1] UNSCRIPTED: Life, Liberty, and the Pursuit of Entrepreneurship* [2] The Millionaire Fastlane: Crack the Code to Wealth and Live Rich for a Lifetime (English Edition)* [3] Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball*
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5 Kommentare zu „Wie man Vermögen aufbaut – mit und ohne Zeit – Teil 2“

  1. Hallo Anna 🙂

    „…das sind zwar nicht meine großen Lebensträume, aber ich merke langsam, wie ich an meine Grenzen stoße, weil ich langsam realisiere, dass das nicht mehr ich bin.“

    Willkommen im Club. In letzter Zeit stelle ich mir immer häufiger die Frage, ob mein durchaus stark ausgeprägter Spar- und Investitionsdrang im gleichen Maße wie bisher weitergeführt werden soll. Dabei geht es mir nicht darum, das Investitionsvolumen auf null zu reduzieren, sondern sich vielmehr klar zu machen, was man im Leben wahrhaftig verwirklichen möchte. Meine Großzügigkeit anderen gegenüber, sei es Geburtstage, kleine Aufmerksamkeiten, Spenden etc., hat sich seit Beginn meines Anlegerlebens zum Glück kaum messbar verringert.

    Im Gegenteil dazu stelle ich jedoch fest, dass mein Gedankengut bei „Spaßkäufen“ für meine eigene Wenigkeit, mittlerweile oftmals auf Autopilot programmiert ist und stark in die Richtung Frugalismus tendiert. Der Gedanke, sich jetzt nichts zu gönnen und später davon zu profitieren, hat sich, ob bewusst oder unbewusst, bei mir eingeschlichen und lässt sich auch nicht so einfach abschütteln.

    Für mich kristallisiert sich immer mehr der gesunde Mittelweg zwischen dem Leben im Hier und Jetzt und der Vorsorge für eine finanziell gesicherte Zukunft heraus. Um diesen Weg zu beschreiten, muss ich jedoch erst mal einen Schritt zurückgehen und meine innersten Bedürfnisse klarer ausformulieren. Es sollte immer zuerst um die Frage gehen: „Was will ich bzw. wo will ich hin?“ und darauffolgend im zweiten Schritt die Finanzen, als hoffentlich starker Partner, ins Spiel kommen.

    Insofern bin ich bereits auf deinen nächsten Blogbeitrag bzgl. des tatsächlichen Vermögensaufbaus gespannt, denn Wohlstand baut sicherlich nicht nur auf Verzicht auf.

    Liebe Grüße
    Marvin 🙂

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    1. Genau, man muss sich fragen, was man will und wohin man will! Ich mache leider die gleiche Erfahrung, dass ich mir irgendwie kaum noch etwas gönne. Es gibt seit paar Monaten schon viele Dinge, die ich gerne machen würde. Darunter sind Kleinigkeiten, die sich zu was Großem summieren, aber auch Ziele, die (z.T. sehr) kostspielig sind. Wenn ich jetzt daran denke, dass ich das erst in 40 Jahren machen kann, dann muss ich schon schwer schlucken. Frugalismus ist etwas, mit dem ich mich nicht anfreunden werde und auch gar nicht will … Sparen ist natürlich immer wichtig. Aber wenn man mit Frugalismus unglücklich ist, muss man, glaube ich, nach anderen Methoden suchen … genau, das kommt dann im nächsten Beitrag 🙂

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  2. Hallo Anna,
    super Artikel, der mir absolut aus der Seele spricht. Ich habe im letzten Jahr auch auf viele Dinge wie Urlaub etc. verzichtet, auch wenn das zum großen Teil meinem Studium nebenher geschuldet war, um einen höheren Sparbeitrag mir leisten zu können und so zwar meine Ziele zu übertreffen. Ich habe aber auch gemerkt mir fehlt irgendetwas und so habe ich mir als erstes nun nach der letzten Prüfung letzte Woche eine neue Uhr gegönnt, welche ich mir schon lange vorgenommen hatte. Das hat sich dann auch mal wieder schön angefühlt und über die Uhr erfreue ich mich heute noch 🙂

    Ich denke es ist sehr schwer innerhalb kurzer Zeit durch Sparen oder auch durch die Anlage an der Börse sein Vermögen so zu steigern, dass man dadurch völlig autark Leben kann. Ich denke aber auch, dass man sich eine gewisse Freiheit über die Börse leisten kann und sich dadurch dann „schöne“ Dinge/Sachen/Urlaube gönnen kann…

    Ich bin auf deinen weiteren Beitrag gespannt.

    Viele Grüße
    Chris (Finanzjongleur)

    Gefällt 1 Person

  3. Hi Anna,

    bin nach einem Kommentar deinerseits auf der Finanzblogroll auf deinen Blog aufmerksam geworden. Gefällt mir sehr gut, bleib unbedingt am Ball!
    Diese kleine Artikelserie spricht ein paar gute und wichtige Punkte an, die in meinen Augen in der üblichen Diskussion zur „finanziellen Freiheit“ leider allzu oft wenig oder gar nicht beachtet werden.

    Vorausschicken möchte ich, dass ich (als Spross aus dem Schwabenländle :P) mich grundsätzlich als ziemlich sparsam einschätzen würde. Trotzdem steht z.B. der Audi vor der Tür und diese Zeilen werden von einem, damals ziemlich teuren, Laptop aus dem oberen Preissegment geschrieben (aber kein Apple). Wie passt das nun zusammen?
    Ganz einfach: Ich spare an den Dingen, die für mich unnötig/nicht wichtig sind, und spare nicht an den Dingen, die mir wichtig sind – und damit fahre ich bis dato sehr gut. Was nützt es mir denn, mich soweit einzuschränken, dass die ganze Sache mit dem Sparen anfängt mich einzuengen? Das kann auch nicht der Sinn der Sache sein..

    Ich sage ganz klar: Ich will auch meine finanziellen Ziele erreichen und genug Geld haben, um mir meine Träume zu erfüllen. Aber der Weg dahin führt -für mich – nicht über die totale Entbehrung und das Verbeißen auf ein im Zweifel sogar (sehr) fernes Ziel..

    Zur Freiheit gehört daher auch ganz eindeutig dazu, sich gegenüber anderen Meinungen und anderen Verhaltensweisen frei zu machen. Jeder muss da seinen Weg finden – den dann aber auch gehen!

    Bin da ein großer Freund von Tim Ferris mit seinen „Mini-Ruheständen“, was in ähnlicher Form z.B. auch im Buch „The One Thing“ thematisiert wird: Phasen von viel Arbeit, wechseln sich mit Phasen ab, die durch wenig oder keine Arbeit gekennzeichnet sind.
    Warum sollte ich auch 20 Jahre lang voller, teils scherzhafter, Entbehrungen leben, nur um mit knapp 50 dann „frei“ zu sein??
    Klar ist die Zukunft wichtig, aber das hier und jetzt ist es eben auch! Deswegen ist es so wichtig, herauszufinden, was man selbst will, was einem selbst wichtig ist. Und dann sein Leben so einzurichten, dass es den EIGENEN Zielen dient.

    Oh man, ist jetzt schon ziemlich lang geworden und ich könnte noch viel mehr schreiben. Ich lass‘ es jetzt aber mal gut sein. Ist wirklich ein sehr interessantes Thema. Ich freue mich schon, mehr von dir zu lesen!

    Viele Grüße,
    Chris

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Chris!

      Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 Habe mich sehr gefreut!
      Da sagst du was … genau, ich finde es auch fragwürdig, nun sein ganzes Leben hintenan zu stellen und nicht nach seinen Vorstellungen zu leben, um dann, wenn man schon grau und alt ist, ein bisschen Freiheit zu genießen. Da zahlt man schon einen enormen Preis, finde ich, denn der frugale Vermögensaufbau an der Börse verkonsumiert unsere Lebenszeit, von der wir eben nicht unendlich viel zehren können. Ich habe vor kurzem „How I Found Freedom In An Unfree World“ von Harry Browne zu Ende gelesen und dort schreibt er unter Anderem, dass es für alles einen Preis zu zahlen gäbe. Der Preis der Freiheit mithilfe von 10% jährlich kostet z.B. das halbe Leben. Für eine höhere Rendite mit einem eigenen Start-Up oder Unternehmen zahlt man auch einen Preis, z.B. hohe Anstrengungen am Anfang, schlaflose Nächte, Ungewissheit usw. Aber besonders interessant fand ich, dass Harry Browne der Meinung ist, dass die Sofortzahlung immer günstiger ist (passt ja super zu dem neuen Beitrag, den ich heute veröffentlicht habe).

      Cool, dass du „The One Thing“ ansprichst. Das ist ein Buch, das MJ deMarco in seinen Büchern auch empfohlen hat und noch auf meiner Wunschliste steht 🙂

      Schönen Dienstagabend,
      Anna

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