6 Gründe, warum sich Sparen immer lohnt

Ich gebe zu, ich war nicht immer eine sparsame Person. Ehrlich gesagt, bin ich das erst seit etwas mehr als einem Jahr – vorher habe ich alles rausgehauen, was mir monatlich zur Verfügung stand. Für Klamotten, Restaurants, Schuhe, Taschen, Freizeitaktivitäten und und und. Ich habe nie verstanden, warum ich sparen sollte und mochte schon allein dieses Wort gar nicht. Irgendwann habe ich mich aber doch gewundert, dass ich meine Träume und Ziele mit diesem Finanzmanagement gar nicht realisieren kann. Das war der Moment, als ich anfing, mich für Vermögensaufbau und Finanzen zu interessieren und auch mein erstes Buch kaufte – Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen* von Robert Kiyosaki. Er beschreibt dort, dass es zu einem Grundsatz gehört, unter seinen Verhältnissen zu leben – wenn es ein finanzielles Gebot geben sollte, dann wohl das: Gebe nie mehr aus als Du einnimmst.

Mittlerweile habe ich meine Ausgaben gekürzt und lege die Differenz beiseite. Für Investments, für Weiterbildung und für die Börse. Für mich und meine Zukunft. Ja, es ist wahr, ich stoße langsam an meine Grenzen, aber trotz allem bin ich mittlerweile überzeugte Sparerin und werde mein ganzes weiteres Leben Geld für mich beiseite legen. Sparen ist so wichtig, nicht nur um deine freie Zeit zu schonen, sondern auch um solide wirtschaftliche Verhältnisse in deinem Leben zu schaffen und deine Träume zu erfüllen.

Hier sind die 6 wichtigsten Gründe, warum man in seinem Leben immer sparen sollte:

  1. Auf ungeplante Zahlungen vorbereitet sein – Bist du mit unvorhergesehenen Ausgaben konfrontiert, ist es immer am Vorteilhaftesten, dafür etwas auf dem Konto zu haben und diese Kosten abzufedern, ohne Kredite aufnehmen zu müssen. Einen Kredit aufzunehmen heißt, dass du Zinsen zahlen musst – bei einem Dispo-Kredit sogar fast satte 10%. Dieses Geld musst du zusätzlich erwirtschaften oder aber du musst dafür auf etwas verzichten, was du dir sonst gerne geleistet hättest. Dabei spielen die Beträge keine so große Rolle, dein Verzicht kann sich z.B. auf einen Starbucks-Kaffee beschränken. Die Tücke liegt aber darin, dass du dir dieses Verhalten angewöhnen kannst und das auch bei größeren Anschaffungen so handhabst. Es kann schnell passieren, dass du plötzlich in mehreren Krediten schwimmst und dafür Zinsen zahlen musst, vielleicht mehrere Hundert Euro pro Jahr. Dieses Geld zahlst du nun an den Kreditgeber anstatt damit mit deiner Freundin oder Freund in Urlaub zu fahren! Mit Konsumkrediten schießt du dir nur ins eigene Bein und minderst deine Lebensqualität.
  2. Wünsche sind bei Sofortzahlungen günstiger – Wer auf Raten kauft, zahlt unter Umständen wieder Zinsen. Im Grunde genommen hat man auch hier einen kleinen Kredit aufgenommen und diese Kredite können sich unter Umständen soweit läppern, dass du irgendwann Kosten für Waren oder Dienstleistungen abstotterst, an die du dich gar nicht mehr erinnern kannst! Wie im ersten Fall sind diese Konsumkredite selten eine gute Idee, besonders nicht, wenn du sie für Dinge ausgibst, die nicht unbedingt sein müssen (Urlaube, Smartphones, Spa, …). Aber Sofortzahlungen werden nicht nur nicht mit Zinsen bestraft, sondern sogar mit einigen Prozentnachlassen belohnt – das sogenannte Skonto. Ein Kunde kann bei der frühen Bezahlung einen kleinen Preisnachlass erhalten, z.B. 2%. Bei Sofortzahlungen kommst du also in den meisten Fällen immer günstiger weg und bleibst auch in der Zukunft flexibel. Denn – nehmen wir einmal an, du hast 4 Ratenkredite pro Monat laufen (für Dinge, die nicht ernsthaft nötig waren) und legst gleichzeitig kein Geld zur Seite. Wenn nun die Spülmaschine kaputt geht, bist du gezwungen, einen weiteren Kredit aufzunehmen. Du siehst – es ist keine gute Idee, das Bezahlen zu stückeln oder nach hinten zu verschieben. Es mag vielleicht einmal keine große Rolle spielen, besonders nicht, wenn man keine Zinsen zahlen muss. Du musst aber bedenken, dass du für eine bestimmte Zeit verpflichtet bist, nicht mehr flexibel agieren kannst und dir dieses Verhalten zur Gewohnheit machen kannst. Beim nächsten Mal denkst du nämlich vielleicht: „Das war doch jetzt nicht so schlimm …“ und die Hemmungen sinken, dem Angebot für das bequeme in Ratenzahlen nachzukommen. Aber die Gewohnheit macht die großen Probleme. Für mich gilt mittlerweile – kann ich etwas nicht in Cash zahlen, kann ich es mir nicht leisten und die Dienstleistung kann nicht wahrgenommen werden und auch die Ware bleibt lieber da, wo sie gerade ist.
  3. Liquide sein für einmalige Chancen – vor allem die Value Investoren unter uns dürften das Prozedere kennen. Man hält eine große Cash-Reserve, die man bei günstigen Einstiegspunkten (in der Rezession oder Depression) in den Aktienmarkt einbringt, je nachdem wie sich der angenommene Wert des Unternehmens am Aktienmarkt gegenüber dem fairen Wert  niederschlägt. In der Hausse sind die Preise für die meisten, qualitativ hochwertigen Unternehmen viel zu hoch, sodass man ein großes Risiko eingeht und damit die Rendite über längere Zeiträume schmälert. Aber die Zeiträume müssen sich nicht auf die allgemeine Wirtschaftslage beschränken. Es kann auch in einer wirtschaftlich guten Lage das bevorzugte Unternehmen signifikant an angenommenem Wert verlieren, wenn beispielsweise schlechte Schlagzeilen die Stimmung kippen. Wenn man mit einem Sicherheitspuffer kaufen kann, ist es nur ratsam, diese Chance sofort zu nutzen! Um dafür keine Kredite aufzunehmen, empfiehlt es sich, eine ausreichend große Cash-Reserve aufzubauen – das Geld also auf einem separaten Konto zu sparen und für solche Fälle aufzubewahren.
  4. Ein Gefühl der Sicherheit – Dieser Punkt korreliert mit den Punkten 1 & 2. Wenn du die anstehende Autoreparatur oder die kaputte Waschmaschine selber bezahlen kannst und es sogar dann noch ausreichend Geld auf dem Konto gibt, gibt das einem ein sehr beruhigendes Gefühl. Du kannst das Problem sofort beseitigen, hast ausreichend Puffer geschaffen und sogar noch weiteres Geld, das im Notfall herhalten kann. Kein Stress, keine Streitereien über Finanzen, keine Überbrückungsmaßnahmen und Ärgernisse. Du musst auch deine anderen monatlichen Ausgaben nicht einschränken und dir nicht überlegen, was du verkaufen müsstest, um die Reparatur oder Waschmaschine zu bezahlen. Mit einem ausreichenden Sicherheitspuffer schläft man nachts ruhiger und gelassener! Auch deine Wünsche kannst du mit einem Puffer leichter realisieren. Schließlich ist das Leben nicht nur zum Sparen da …
  5. Um das Geld langfristig anzulegen und zu investieren (Weiterbildung, Börse, Business) – Wenn man spart, kann das dafür zurückgelegte Geld nicht nur für Konsumausgaben ausgegeben werden, sondern es kann auch investiert werden. Z.B. kann eine Weiterbildung  dafür sorgen, dass man bei Gesprächen bzgl. einer Gehaltserhöhung punkten kann. Oder diese Weiterbildung hilft dir, deine Zeit sinnvoller zu nutzen und produktiver zu werden, was sich wiederum auf deine Leistungsfähigkeit und unter Umständen monetär auswirkt. Auch das Investieren an der Börse, z.B. indem man Indexfonds oder Einzelaktien kauft, kann sich monetär als sinnvoll erweisen. Du kannst dadurch von steigenden Kursen profitieren und Dividenden kassieren – dein Geld vermehrt sich also. Aber auch dein Business profitiert von weiteren Investitionen – Marketingmaßnahmen, die neue Kunden akquirieren können oder Maßnahmen, die dein Produkt verbessern und die Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit haben können. Auf lange (aber auch kurze) Sicht haben diese Maßnahmen den Vorteil, dass sie dir einen weiteren Geldstrom zulassen kommen können. Um das allerdings zu bewerkstelligen, brauchst du zunächst Kapital – am Besten das Geld, das du für genau diese Zwecke weglegst.
  6. Abhängigkeiten reduzieren – wenn du eine etwaige Arbeitslosigkeit locker monetär überbrücken kannst oder dein Business aus eigener Hand stemmen kannst, reduzierst du deine Abhängigkeit vom Staat und von fremden Kreditgebern enorm. Diese neu gewonnene Freiheit ermöglicht es dir, Entscheidungen bewusster zu treffen und sorgt dafür, dass du nachts besser schlafen kannst. Du musst keinen nervigen Businessplan schreiben, sondern kannst direkt in den Markt einsteigen und nach der Resonanz schauen. Du musst dich nicht bei deinem Chef einschleimen und ihm schmeicheln, sondern kannst deine Meinung sagen und auch mal Kritik üben. Wenn es dir zu bunt wird, gehst du einfach!  Diese Freiheit zu genießen ist ein Hauptgrund, warum Menschen überhaupt Vermögen ansammeln wollen. Man reduziert sämtliche Abhängigkeiten, vom Staat, von der Bank, vom Arbeitgeber, kann selbstbewusster auftreten und selbstbestimmt entscheiden (wobei das natürlich prinzipiell auch ohne Vermögen geht). Man muss sich nicht dem erniedrigenden Gefühl hingeben, bei der Behörde viele bürokratische Hürden zu durchlaufen, sondern ist Herr seiner Selbst. Für viele Menschen ist das erst der Grund, warum sie nach hohen Vermögen streben – sie wollen das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit genießen!

Beim Sparen habe ich noch eine Erfahrung gemacht: Je leidenschaftlicher man seine Ziele verfolgt, desto leichter läuft das mit dem Sparen. Wenn du weißt, warum du sparst, fällt es dir viel leichter, die 500€ beiseite zu legen und auf dies oder jenes zu verzichten. Weil du weißt, dass du durch das Sparen einen enormen Gegenwert generieren kannst, deine Rendite ins Unermessliche steigern kannst mit etwas Anfangskapital. Wenn du auf das 1500€-Smartphone verzichtest und das Geld lieber sinnvoll nutzt und einen Mehrwert damit stiftest, könnte es sein, dass du dir schon innerhalb der nächsten zwei Monate 5 neuer solcher Smartphones leisten könntest. Mit etwas Startkapital kannst du enormen Mehrwert für die Menschen schaffen, der sich monetär um ein Vielfaches niederschlägt. Oder du legst es an der Börse an.

Geh mit deinem Geld sinnvoll um. Sorge dafür, dass ein Teil deines Geldflusses bei dir bleibt und für dich arbeiten kann. Wenn du weißt, wofür du sparst, wird es dir um ein Vielfaches leichter fallen!

Zum Weiterlesen: 3 Gründe, auch ohne Zinsen zu sparen und Warum Sparen? 

Viele Grüße,

Anna

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7 Kommentare zu „6 Gründe, warum sich Sparen immer lohnt“

  1. Hallo Anna,

    ganz wichtig ist auch, dass man sich durch das Sparen selbst zuerst bezahlt. D.h. zuerst sparen und dann erst Konsumieren. Das macht es dann auch einfacher.
    Ein weiterer Punkt ist für mich auch, dass ich meinen Kindern ein leichteres Leben ermöglichen möchte, indem ich nicht nur für mich spare und Geld anlege, sondern die Kinder später davon profitieren können.

    Z.B. bin ich in der damaligen DDR aufgewachsen. Da gab es nicht die Möglichkeit in Aktien Geld anzulegen…jetzt geht das und so kann ich langfristige Einkommensströme aufbauen.

    Grüße Thomas

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Thomas!

      Danke für deinen Kommentar 🙂 Du hast absolut Recht und den Punkt hatte ich ganz vergessen (also sich durch das Sparen als allererstes selber bezahlen). Vielen Dank fürs Einbringen.

      Schönen Sonntag noch,
      Anna

      Gefällt mir

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