Tote Millionäre erzählen keine Stories

Der Zinseszins aus einer anderen Perspektive

Advertisements

Der Zinseszins. Das achte Weltwunder der Natur. Mathematisch völlig einwandfrei und faszinierend präsentieren uns täglich viele Menschen die gewaltige Macht der reinen Mathematik. Oft wird sogar Einstein zitiert, um den Intellekt hinter der exponentiellen Vervielfachung zu untermauern. Es werden Beispiele mit jährlichen 15-20% durchgerechnet, um die Leute ins Staunen zu versetzen. Es klingt zu schön, um wahr zu sein – während man auf dem warmen Sofa sitzt, kann man mit ein, zwei Klicks exorbitant reich werden! Man muss nur 1329 Jahre warten. Genial, oder?

Nils hat sich gerade bei dem besten Broker registriert, den ihm sein Lieblingsblogger empfohlen hat, und sich ein Depot eingerichtet. Schnell überweist er die 9.000€, die er sich mühevoll angespart hat, auf das Verrechnungskonto. Im nächsten Schritt entscheidet er sich für einen breit diversifizierten ETF, den er monatlich mit 1,50 % Gebühr füttert. „Das war es also?“, fragt er sich und kann sein Glück kaum fassen. Er lehnt sich zurück, grinst und hat sich zur Feier des Tages ein Bier gegönnt. Nils spart mittlerweile an Allem, was möglich ist, denn er weiß, dass sich jeder Euro in 1299 Jahren in fünf Millionen Euro verwandeln kann. Er hat die Spülmaschine abgeschafft und sein Smartphone verkauft – stattdessen spült er jeden Tag sein Geschirr mit der Hand und hat ein ganz altes Handy im Gebrauch. „Es ist das günstigste auf dem Markt“, erklärt er uns stolz. Beim Spülen des Geschirrs achtet er darauf, dass er das Wasser optimal nutzt und nichts verschwendet. Nachts träumt er von der finanziellen Freiheit, von den fünf Kindern, die er mal haben wird und dem kleinen Schloss im Beitragsbild. „Bald“, sagt er sich, während er zufrieden einschlummert, „ist es soweit. Ich muss nur meine Sparquote hochschrauben.“

Aber Halt! Fiese Bösewichte kämpfen gegen seine Träume an.

Die Bösewichte

An der Realitätsfront kämpfen viele Akteure. Um den Zinseszins vollständig zu nutzen, fängt man am Besten schon mit 0 Jahren an. Du hast richtig gelesen! Du musst als Baby bereits ein paar breit diversifizierte ETFs für dich ausgesucht haben und dich bei dem Broker deines Vertrauens anmelden. Dann solltest du dafür sorgen, dass deine Eltern dein Kindergeld nicht verpulvern, sondern brav monatlich in dein Depot einzahlen. Keine leichte Aufgabe für so einen kleinen Racker!

Alternativ brauchst du dich um nichts zu kümmern, wenn deine Eltern sowieso ein Depot für dich anlegen. Das heißt, man sollte das Glück haben, dass die Eltern für einen anlegen, wobei das bei den deutschen Aktienmuffeln eher die Ausnahme sein sollte. Aber nicht verzagen! Wenn man dieses Glück nicht hat, ist 8 Jahre das zweitbeste Alter, um anzufangen. Das heißt, man sollte sich schon im Grundschulalter mit Finanzen und Geld beschäftigen. Fruchtet das nicht (wie wohl bei 99,9999% aller Kinder) ist das Tor zum Glück aber auch dann noch nicht ganz verschlossen.

Im drittbesten Fall bist du bereits 18, wenn du anfängst, dich mit diesen Themen zu beschäftigen. Aber hier macht dir die Pubertät einen Strich durch die Rechnung, denn in dem Alter sind Jungs und Mädels das interessanteste Thema. Mit 20 ist es dir dann wahrscheinlich wichtiger, Sandra zu beeindrucken und das Geld zu verpulvern, als es anzulegen. Selbst sehr sparsame und frugale Menschen fallen hin und wieder in diese unvernünftige Konsumfalle herein, einfach um sich auszuprobieren und weil die Versuchung nun mal sehr groß ist. Für die allermeisten Menschen ist ab 20 aber schon zu viel Zeit verstrichen, um dieses „Vehikel“ zu nutzen, inklusive mir, die ich in meinen Zwanzigern bin.

Dann gibt es noch den unberechenbaren Staat.

Woher weißt du, dass Deutschland in 50 Jahren noch existieren wird? So instabil wie sich das letzte Jahrhundert gezeigt hat, ist das eine berechtigte Frage. Was ist, wenn die Steuern exorbitant erhöht werden, die an deinem Zinseszins nagen? Oder wenn du enteignet wirst? Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass in einigen Jahrzehnten große Probleme wegen dem Rentensystem aufkommen werden und man darf raten, wer dafür gerade stehen muss. Und was machst du, wenn ein Krieg aufkommt? Es kann sein, dass sich Frau Merkel plötzlich mit anderen Politikern streitet, aber wer ist der wirklich Leidtragende darunter? Was ist, wenn der Staat in seiner Panik viel zu viel Geld druckt und die Inflation durch die Decke schießt?

Dann gibt es noch die Familie. Was ist mit diversen familiären Umständen – z.B. eine Scheidung oder wenn ein geliebtes Familienmitglied ein teurer Pflegefall wird?

Was ist mit gesundheitlichen Problemen, die auftauchen können – Krebs, Viren, Bakterien, Schlaganfälle, Unfälle?

Was passiert, wenn du arbeitslos wirst und das angesparte Vermögen angreifen musst? Damit der Zinseszins funktioniert, braucht man Jahrzehnte konstant einen Beruf, der einem jeden Monat Geld ins Portmonnaie spült. In so einer Situation ist es auch schwierig, die eigenen Geschäftsideen umzusetzen, denn das ist in einem solchen Fall viel zu riskant (man könnte alles verlieren). Und was ist, wenn man um sein Geld betrogen wird? Was ist, wenn man einem Bernie Madoff vertraut hat? Oder wenn laufende Gebühren erhöht werden?

Dann muss man auch noch den Mut aufbringen, gegen seine Emotionen anzutreten. Wir alle unterliegen dem Rückschaufehler.  Beim Rückschaufehler handelt es sich um eine kognitive Verzerrung, die dafür sorgt, dass man die Vorhersehbarkeit eines Ereignisses überschätzt. Wir sehen, wie die Frosta AG Jahr für Jahr wächst, oder dass Facebook in den Himmel geschossen ist. Oder hätten wir nur einmal in den Achtziger Jahren in Berkshire Hathaway investiert. Klar, jetzt wissen wir es besser. Jetzt überschätzen wir die Vorhersehbarkeit dieser Ereignisse. Wenn es so sonnenklar ist, welche Kandidaten man für sein Depot wählen sollte – wieso kann man an jeder Straßenecke, in jedem Blog und jeder Zeitung unterschiedliche Meinungen hören und lesen?

Für jedes Apple gibt es 10 Nokias

Die Wahrheit ist, kein Mensch – auch nicht Warren Buffett – kann in die Zukunft schauen. Schaltet man den Fernseher an, sehen wir Experten, die dazu raten, Goldaktien zu kaufen. Dann sehen wir gleichzeitig Experten, die dazu raten, es nicht zu tun. Dort sind Experten, die prognostizieren, dass man JETZT die Aktie oder ETF  X kaufen soll und die anderen sagen – nein, Aktie Y ist besser, profitabler und Aktie X wird in den nächsten Jahren heftig straucheln. Egal, was eintritt – Broker, Banker und Fondsgesellschaften werden trotzdem Millionen verdienen.

Dann ist jedes Investment an der Börse mit einem Risiko verbunden. Der Zinssatz einer ‚risikolosen‘ Kapitalmarktanlage wird durch den Basiszinssatz repräsentiert. Im diesem Jahr liegt der bei -0,88%. Ehm ja. Wenn du also jetzt €10.000 anlegst, hast du zu diesem Zinssatz nach 50 Jahren nicht mal einen Euro Gewinn. Du kannst also noch nicht mal ‚risikofrei‘ die Inflation ausgleichen.

Um größere Gewinne (oder überhaupt einen Gewinn) einzufahren, musst du ein größeres Risiko eingehen und hier reiben sich Banker, Broker und Fondsgesellschaften die Hände. Wenn dir jemand erzählen will, dass er jedes Jahr risikofrei 15% rausholt, solltest du vorsichtig sein, denn es könnte sich um den nächsten Bernie handeln. Trotzdem werden solche Prozentsätze benutzt, um die Mathematik hinter dem Zinseszins zu beleuchten.

Die durchschnittliche Lebensdauer einer Frau liegt bei 82 und bei Männern bei 77 Jahren. Wenn man mit 30 anfängt, 50 Jahre wartet und Gott sei Dank nichts passiert ist, hast du das schöne Sümmchen zusammen, um es mit in dein Grab zu nehmen.

Normalerweise kann man einen Fehler wieder ausbügeln, sobald man merkt, dass man auf der falschen Fährte ist. Aber beim Vermögensaufbau via Börse ist das nicht möglich. Einen möglichen Fehler bemerkst du erst nach 10 Jahren und dann kannst du nicht einfach so mal von vorne anfangen. Eine Fehlerkultur ist in diesem Bereich gar nicht möglich, denn erstens bemerkst du es erst nach Dekaden, und zweitens, kannst du es nicht nochmal versuchen. Der Zinseszins verkonsumiert dein Leben und das kann er nur einmal, denn man hat nur dieses Leben. Es ist, als hätte man einen Pakt mit dem Teufel.

Viele Kalkulationen, die man mit dem Zinseszins macht, beruhen auf Vertrauen und Hoffnung. Das Vertrauen und die Hoffnung, dass der Staat sinnvoll mit Steuergeldern umgeht, ein verantwortungsvolles Schuldenmanagement betreibt und außenpolitische Konflikte diplomatisch löst. Vertrauen und Hoffnung darauf, dass deine Gesundheit mitspielt. Vertrauen und Hoffnung darauf, dass familiäre Probleme diplomatisch und reibungslos verlaufen. Vertrauen und Hoffnung, dass die Inflation nicht durch die Decke schießt. Vertrauen und Hoffnung, dass die Gebühren nicht angehoben werden. Vertrauen und Hoffnung, dass die Wirtschaft jedes Jahr wächst. Vertrauen und Hoffnung, dass es zum Zeitpunkt deines Ruhestands keinen Crash gibt.

Ich habe diesen Beitrag schon angefangen, als ironischerweise leider genau das letzte Woche auf der Arbeit meiner Mutter passiert ist. Ein guter Kollege hat sich verabschiedet – er war Mitte 40, hatte sich sein Lebtag nichts gegönnt und ein enormes Vermögen mit der Börse aufgebaut. Von heute auf morgen war er im Krankenhaus und ist ein paar Tage später verstorben. Seine größte Sorge war, dass ein bevorstehender Crash sein Vermögen wegschmelzen könnte. Ich dachte noch – er ist doch noch so jung und erholt sich bestimmt noch. Ich war ziemlich zuversichtlich, weil mir alles Andere so unwahrscheinlich schien. Entsprechend geschockt war ich dann über die Nachricht.

Wenn man sich den Vermögensaufbau via Börse genauer ansieht, dann bemerkt man erst, welche unkontrollierbaren Faktoren da mitspielen. Nahezu alle Aspekte (bis auf die Gesundheit und eventuell Familie, aber auch das nur zu einem gewissen Grad) sind außerhalb einer Kontrolle. Über die Unternehmen, die in deinem Depot landen, hast du keine Kontrolle. Über den Staat, seine Fehlentscheidungen und deinen Broker hast du keine Kontrolle. Das Schlimmste ist jedoch der enorme Zeitkonsum. Die Zeit rennt und es interessiert sie nicht, wie du dein Leben verbracht hast. Irgendwann ist es Zeit zu sterben. Das Geld kann man nicht mitnehmen.

Nachdenkliche Grüße,

Anna

Zum Weiterlesen: UNSCRIPTED by MJ DeMarco

10 Kommentare zu „Tote Millionäre erzählen keine Stories“

  1. Was wäre die Alternative? Grundsätzlich vom schlimmsten ausgehen und nichts investieren? Nur um dann festzustellen, das sich über Jahrzehnte doch nichts geändert hat? Ich verstehe die Aussage nicht wirklich hinter dem Beitrag.
    Im Leben kann man nur versuchen definiertes Risiko einzugehen. Wer dies gar nicht erst macht, verliert auf jeden Fall.

    Gefällt 1 Person

  2. Gut geschrieben! Allerdings gilt auch hier – angenommen du lebst von deinem Gehalt angenehm, und am Ende des Monats bleiben Euros übrig, die nicht benötigt werden – was willst du damit anfangen? Investieren ist da doch kein zu schlechter Ansatz – auch wenn klar ist (bin selbst Motorradfahrer, hab da auch schon Sachen gesehen/mitbekommen), dass es innerhalb von Sekunden viel zu früh vorbei sein kann.

    So gibt es zumindest noch was für die Kinder.

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Anna!
    Ich finde es toll, dass du auch die andere Seite dieses Mainstreams erläuterst und diese „Spare alles und investiere alles und du hast in 30 Jahren ein schönes Leben“ Einstellung relativierst. Ich predige auf meiner Seite auch dass die Leute sparen sollen, aber nur weil ich sehe, dass die Leute vor allem in der Schweiz verschwenderisch mit ihrem Geld umgehen. Wenn jemand zu sehr sparen und auf die Geschirrspülmaschine verzichten würde, würde ich ihm raten, mehr das Leben zu geniessen und im JETZT zu leben. Ich denke alles soll im Gleichgewicht stehen (deshalb die Waage in meinem Logo). Man sollte nicht alles ausgeben, vor Allem sein Geld nicht verschwenden, aber man soll auch nicht alles sparen. Vor allem sollte man sein Geld nicht für vergängliche Objekte ausgeben und das Glück in immateriellen Werte suchen. Man sollte einen Mittelweg gehen, so dass man spart und sich gleichzeitig etwas gönnt. Dann ist das gesparte Geld auch nicht ein Schatz, den man mühevoll durch Verzicht gesammelt hat, sondern eine Ausgabe, worauf du in schlechten Zeiten oder im Rentenalter zurückgreifen kannst.
    Du hast vollkommen Recht, dass einige Faktoren für den langfristigen Erfolg vorausgesetzt werden, aber ich hoffe du schreckst die Leute nicht davon ab, anzufangen. Denn anzufangen und die ersten paar Monate/Jahre durchzuhalten und sich auf das regelmässige Sparen zu gewöhnen, ohne dass man sich eingeengt fühlt, ist das Schwierigste.

    Gefällt 1 Person

  4. Hi Anna, macht Spaß, Deine Beiträge zu lesen. 🙂

    Finde es gut, dass Du dem allgemeinen Blogger-Konsens etwas Kontra gibst. 😉 Ich denke auch, dass dieses Berserkersparen (ich glaube, so hat Dominik von Finanziell Frei mit 30 es genannt) keinen Sinn macht. Eine hohe Sparquote ist wichtig und gut, der geleaste Mercedes mit Mitte 20 muss nämlich nicht sein. Aber es gibt auch Grenzen und zwar dort, wo die Lebensqualität maßgeblich von abhängt. Und ja, da gehört für mich auch die Spülmaschine dazu, 😉
    Das mit dem frühen Versterben ist wirklich tragisch und ein Grund dafür, sein Leben IMMER versuchen zu genießen. Kein Grund aber dafür, sich nicht frühzeitig für die finanzielle Zukunft bereit zu machen.

    Nur eine Sache zu: „Vertrauen und Hoffnung, dass es zum Zeitpunkt deines Ruhestands keinen Crash gibt.“
    Ich finde, das ist eine Sorge, die nicht zu 100 % berechtigt ist. Im Normalfall wird man nicht am Tag des Ruhestandes sein komplettes Kapital aus dem Aktienmarkt ziehen. Ich denke eher, da wird das, was man zuvor monatlich eingespart hat, monatlich „ausgespart“. Ich ziehe ja keine 100.000 Euro auf einmal raus, sondern entnehme jeden Monat zum Beispiel 1.000 Euro, damit ich gut davon leben kann. Und ein Crash dauerte in der Vergangenheit auch keine Ewigkeiten. Oder wie hast Du das später vor?

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu Depotstudent (Wie heißt du eigentlich? 🙂 )
      Danke! Auf das Kontra bin ich nur durch die Lektüre von MJ gestoßen. Sonst hätte ich es vielleicht nicht so sehr bemerkt. Ich habe mich zwar schon letzten Sommer immer wieder über das Wort „Dekaden“ gewundert. Ich hab dann manchmal inne gehalten, aber den Gedanken schnell beiseite geschoben …
      Ich war letztes Jahr auch vom Berserker-Sparen überzeugt. Es hat mir geholfen, konsequent zu sein. Aber jetzt ist schon das zweite Jahr, in dem ich mir eigentlich nichts gekauft habe und ich erwische mich dabei, wie ich bei Läden immer mal wieder ins Schaufenster schaue und dann denke: „Ach, das hätte ich gerne.“ Dabei bin ich bei sowas eigentlich ziemlich resistent. Das jahrelang durchziehen ist wirklich eine ganz schlimme Vorstellung. Für jemanden, der schon von kleinauf sparsam ist, ist das vielleicht nicht so schlimm, aber ich empfinde das als große Einschränkung :/
      Ich denke, es gibt auch eine Zeit im Leben, die man nicht genießen muss. Ich denke, dass man sie immer genießen muss, ist vielleicht ein Trugschluss; deswegen denken die Menschen auch, es gebe eine „Work-Life-Balance“ oder sowas. 8h unangenehme Aufgaben, ein Wochenende Spiel und Spaß und weiter geht’s. Das geht dann aber 40 Jahre so. Nichts Halbes, nichts Ganzes. Vielleicht ist es besser so: ein paar Jahre durchackern und dann den Rest des Lebens lieber komplett frei haben. Da hat mich der Privatier (www.der-privatier.com) vor einiger Zeit zum Nachdenken gebracht. Er hatte nämlich mit seinem Vorgesetzten sowas ausgehandelt; er stand nämlich vor der Wahl, die Jahre bis zur Rente weiterzuarbeiten, aber mit reduzierten Stunden oder voll zu arbeiten und dann früher aufzuhören. Soweit ich mich erinnere, hat er sich für die zweite Option entschieden und ich halte sie auch für sinnvoller, glaube ich.

      Ja, stimmt, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Bei der reinen Dividenden-Entnahme wird das aber schon schwieriger, oder? Weil viele Unternehmen ihre Dividendenleistungen in einer Rezession kürzen. Ja, man kann den Crash natürlich aussitzen. Aber wenn man schon alt ist, wie viel Zeit hat man vielleicht noch? Ich weiß nicht so genau … ich würde mich nicht auf die Börse verlassen wollen. Weißt du schon, wie du es machst?

      LG 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Hi Anna,

        Dominik heiße ich. 🙂

        Die Einstellung, erst mal hart zu arbeiten und dann in vielen Jahren zu genießen, finde ich ein bisschen problematisch. Da bilden sich dann Gewohnheiten und Muster, die man nicht mehr so schnell los wird. Das sollte in einem gesunden Verhältnis stehen.. Wenn es einem aber richtig Spaß macht, ordentlich Leistung zu bringen, ist es etwas komplett anderes! Verzicht kann ja bekanntlich auch „berauschend“ sein.
        Ich finde es sowieso fragwürdig, sich das Ziel „finanziele Freiheit“ zu setzen. Hab das auch kürzlich mal etwas ausführlicher erläutert (bei Interesse: https://depotstudent.de/studenten-und-finanzielle-freiheit-nicht-geil/ ), weil das nicht nachhaltig glücklich macht. Mich zumindest nicht. 😉 Ich ziehe es vor, 50 Jahre lang ausgewogen in einem Beruf tätig zu sein, der mir Spaß macht, als zum Beispiel 30 Jahre lang absolut Vollgas zu geben, finanziell frei zu sein und dann mit Mitte 50 damit zu beginnen, das Leben zu genießen.

        Ich bin zwar mit meinen 22 Jahren noch recht jung. Bin mir aber sicher, dass es mir mehr wert sein würde, meine Kinder aufwachsen zu sehen, während ich recht ausgewogen arbeite und Zeit für sie habe, als mit 55 frei zu sein, wenn sie dann schon wieder halb aus dem Haus sind. 🙂 Nur so als Beispiel. Ich weiß ja nicht mal, ob und wann ich Kinder möchte. 😀 Das Schöne ist, mir etwas Enthaltsamkeit am Anfang, ist trotzdem ein schöner Kapitalaufbau und finanzielle Freiheit möglich. Etwas später dann eben..

        Mit der Entnahme: Da würde ich micht nicht auf meine Dividenden verlassen wollen und periodische Verkäufe tätigen, um den notwendigen Cash-Flow aufrechtzuerhalten. Und wenn ich von mir aus mit 65 oder 70 aussteige, habe ich (wenn ich durchschnittlich alt werde für diese Zeit) bestimmt noch 20 Jahre Entnahme vor mir, in denen die Kurse im Mittel weit weg von den Tiefpunkten etwaiger Krisen stehen.

        Viele Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

        Gefällt 1 Person

      2. Hallo Dominik 😀 Wusste ich es doch, dass ich deinen Blog schon mal gesehen habe. Wieso verlinkst du ihn nicht? Ja, man etabliert Muster, die bisschen brauchen, um sie abzulegen. Aber das finde ich nicht schlimm. In einem von MJs Büchern erzählt einer, dass er vor lauter Arbeit vergessen hat, wie es ist, überhaupt Spaß zu haben. Auf sowas stelle ich mich auch ein.

        Die finanzielle Freiheit finde ich auch etwas … na ja, ich weiß nicht, was ich genau darüber denken soll. Du triffst es hier total auf den Punkt:
        „Dann hocke ich den ganzen Tag zuhause rum und mache gar nichts? Verende vor dem Fernseher? Lese Bücher? Gehe Fußball spielen? Aber mit wem? Mein gesamter Freundeskreis muss leider arbeiten, während ich mich von meinen Kapitalerträgen finanzieren lasse. Macht mich das glücklich?“
        Deswegen muss immer was zum Tun her. Was den Freundeskreis angeht, bin ich nicht besorgt. Man entwickelt sich weiter, und lernt auch neue Leute kennen. Da muss man nichts bedauern, denke ich.

        Über Kinder habe ich nicht nachgedacht und sehe sie in naher Zukunft auch nicht. Vielleicht kommt das ja noch?
        Ich denke jedenfalls es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, um zu arbeiten. (In meinem Leben zumindest).

        Am Ende muss jeder für sich selber entscheiden, was er macht ^^ Ich kann deine Sichtweise sehr gut nachvollziehen, und solange man glücklich ist, ist ja alles gut 🙂

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s