Wenn sich Frauen nur für dein Geld interessieren

Über SugarDaddys und andere Kuriositäten

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I work all night, I work all day, to pay the bills I have to pay — Ain’t it sad
And still there never seems to be a single penny left for me — That’s too bad
In my dreams I have a plan
If I got me a wealthy man

(ABBA — Money, Money, Money)

Man trifft immer wieder darauf. Schon in den 70ern. In der Werbung und im Fernsehen habe ich es schon öfter diffus wahrgenommen, bevor ich in der Realität damit konfrontiert wurde. Ein Vorurteil, dem ich immer wieder begegne, ist die Überzeugung, dass Frauen nur am Geld eines Mannes interessiert seien. Das erste Mal, als ich mit sowas direkt angesprochen wurde, war in der Uni. Auf dem Weg zum Fakultätsgebäude sprach mich ein Kommilitone an: „Was hast du nach dem Studium vor? Einen reichen Mann heiraten?“ Mich hat das so irritiert, dass ich sogar völlig überrascht stehen geblieben bin.

Wie kommt man denn auf sowas? 

In der Tat bin ich bis heute keiner Frau begegnet, die das ernsthaft vorhatte. Aber anscheinend sitzt eine ganz tiefe Angst in vielen Männern, dass das so sein könnte. Sogar in meinem näheren Umfeld höre ich manchmal sowas. Wie sollte ein Beziehungsratgeber für Männer aussehen? Der Bestseller muss nur aus zwei Worten bestehen – Sei reich. Fertig ist das Meisterwerk!

Der größte Hammer war allerdings, als ich im vergangenen Herbst bei Google „financial freedom via business“ eingegeben habe. Gelandet bin ich auf diversen Reddit-Seiten, in denen sich Männer ausließen, dass sie nie heiraten würden und keine Frau oder Freundin oder Kinder haben möchten. Aber so diplomatisch wurde das nicht ausgedrückt. Ziemlich ausführlich wurde der Fall geschildert, dass einen die Frau sowieso betrüge, im Falle der Scheidung das ganze Vermögen und die Kinder an sich reißen würde und dass es das nicht wert wäre, nur um einmal „in das feuchte Loch zu tauchen.“ (Ja. Ihr lest richtig. Genau das stand dort.) Dort herrscht der Konsens, dass

men are slaves, women are slaveowners and children are chains.

Muss ich erwähnen, dass ich schon nach kurzer Zeit die Lust verloren habe, mich in diesen Threads nach nützlichen Informationen umzuschauen? Anscheinend gibt es sogar eine Bewegung, die sich aus dieser Angst heraus gebildet hat, nämlich MGTOW – Men going their own way.

Zugegeben, ein paar Sprüche und Bildchen sind schon ganz witzig. Wie ist der?

Und einen wahren Kern trifft es vielleicht auch, denn ganz bestimmt wird es solche Frauen geben. Es hat sich sogar für solche Frauen und Männer eine eigene Plattform entwickelt – ja, man kann online als Frau nach SugarDaddys suchen, die einen finanziell tragen, im Austausch gegen gemeinsame Unternehmungen, Treffen und eventuell Weiteres. So wie ich verstanden habe, sind dort vor allem ältere Männer unterwegs, die sich einsam fühlen und keine Familie (mehr) haben. Erstaunlich finde ich, dass es unter Anderem hochgebildete Männer sind. In der Dokumentation „Sugardaddy“ von 37 Grad wird dieses Phänomen genauer erläutert:

Für mich hinterlässt das einen faden Beigeschmack. Ist das nicht schon Prostitution? Ich weiß ja nicht so Recht, was ich über sowas denken soll. Aber wenn sich zwei gefunden haben, dann ist ja alles gut. Der Brokerage-Anbieter hat jedenfalls Händchen bewiesen.

Auf der anderen Seite fällt mir auf, dass einige Männer diesem Thema nicht mit Ablehnung begegnen, sondern im Gegenteil – sie wollen es für sich nutzen. Im Fastlane-Forum von MJ DeMarco sind mir einige User aufgefallen, die immenses Vermögen aufbauen wollen, weil sie mehrere Frauen haben wollen. Mit Geld versuchen sie sich einen kleinen Harem aufzubauen. Dort steht dann, dass sie sich „2 wives“ oder „5 wives“ wünschen und das auch ihre Motivation ist, reich zu werden.

Ich denke, es geht hier um eine tiefgreifende Angst und viele weitere Emotionen. Angst, an die falsche Frau zu geraten und der rosaroten Brille aufzuliegen. Geld spielt hier keinen neutralen Akteur, der einfach nur eine Zahl darstellt. Nein, Geld hat tiefgreifende psychologische Wirkungen und das zeigt sich hier bei den Geschlechtern wieder mal sehr deutlich. Das bekannte Rollenbild (der Mann als Versorger und die Frau in der Abhängigkeit) scheint tiefe Bedürfnisse zu befriedigen: Männer wollen sich stark und kompetent fühlen und sie wollen fühlen, dass sie Kontrolle haben. Ein hoher Verdienst kann sinnbildlich dafür stehen und für ein gutes, starkes Selbstwertgefühl sorgen. Ich denke, bei den meisten Frauen ist dieses Gefühl von Stärke bei Weitem nicht so wichtig. Ich denke, Männer werden genau deswegen auch die treibende Kraft bleiben, was Erfindungen, Forschung und auch Unternehmungen angeht.

Tatsächlich scheint sich die wirtschaftliche Situation eines Paares sogar auf das Treueverhalten von Männern auszuwirken. Männer, die wirtschaftlich abhängig von ihrer Frau sind, sind bis zu 5x häufiger untreu als Männer, die mehr verdienen als ihre Frau. Die finanzielle Unterlegenheit sorgt anscheinend dafür, dass sich Männer „unmännlich“ fühlen und sich daher einen anderen Kanal suchen, um sich als Mann zu beweisen. Bei Frauen ist es genau umgekehrt: Frauen, die finanziell abhängig sind, tendieren weniger häufig dazu, fremdzugehen, als Frauen, die ebenbürtig verdienen. Sehr interessant!

Interessant ist auch eine kleine Umfrage, die die Plattform eDarling durchgeführt hat. Die Frage war: Würden Sie jemanden daten, der weniger als Sie verdient? 

Ja — Frauen: 51%, Männer: 91%

Nein — Frauen: 34 %, Männer: 4%

Auch weitere Umfragen sind interessant. So sagen 97% der befragten Männer und 95% der Frauen, dass sie niemanden nur wegen des Geldes daten würden, gleichzeitig sagen aber 70% der Frauen, dass ihnen das Einkommen des Partners wichtig sei. Und nur 45% von ihnen können sich vorstellen, jemanden zu heiraten, der weniger als sie verdient, während es bei Männern wieder 91% sind. Krass finde ich vor allem, dass 85% bzw. 65% der Frauen sagen, dass beruflicher Erfolg und Geld bei der Attraktivität des Mannes eine Rolle spielen, während es bei Männern nur 37% bzw. 17% sind. Das ist schon ziemlich eindeutig. Wie wird dieser gigantische Unterschied erklärt?

Wiebke Neberich, Diplompsychologin, erklärt das folgendermaßen: „Frauen haben jahrelang für die soziale und finanzielle Unabhängigkeit gekämpft und hüten diese kostbare Errungenschaft sehr konsequent. Der Wunsch nach Sicherheit und einem ressourcenreichen Partner steht auf den ersten Blick in einem gewissen Widerspruch dazu, erklärt sich aber dadurch, dass Frauen in der Phase der Familiengründung der abhängigere Part sind – auch in unserer scheinbar gleichberechtigten Gesellschaft.  Da macht es nicht nur aus evolutionstheoretischer Perspektive Sinn, nach einem gut situierten Partner zu suchen.“ (Quelle)

Am Ende des Tages muss jede Frau selbst entscheiden, in wie weit sie finanziell abhängig sein möchte. Ich persönlich kenne keine Frau, die sich 100% auf ihren Mann verlassen will. Aber ein Weg kann es natürlich sein. Anscheinend gibt es auch genug Männer, die bereit für diesen Tauschhandel sind oder ihn sogar gezielt nutzen wollen. Wenn man sich für diese finanzielle Abhängigkeit entscheidet, muss man sicher gehen, dass die emotionale Kontrolle groß  ist. Man muss sicher gehen, dass die Partnerschaft und Beziehung auf einem soliden Fundament steht und gut läuft. Ansonsten setzt man sich einem enormen Risiko aus, wovor ja sämtliche Finanzblogs, die sich auf die Zielgruppe Frauen spezialisiert haben, eindringlich warnen.

Fazit 

Ich denke, das Vorurteil scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein und einen wahren Kern zu treffen. Ich bin immer wieder erstaunt, was für vielfältige Emotionen das Thema Geld & Finanzen in Menschen auslöst. Männer ziehen durch Geld und einen hohen Verdienst das Gefühl von Stärke, Kompetenz und Fürsorge, was einen hohen Teil ihrer Identität und ihres Selbstwertgefühls ausmacht. Gleichzeitig besteht die enorme Angst, nur für das Geld begehrt zu werden und an die falsche Frau zu geraten. Das gleiche Äquivalent gibt es übrigens auch bei Frauen: Die Angst, nur für die Schönheit und den Körper begehrt zu werden, ohne dass die eigene Person eine Rolle spielt. So hat jeder sein Päckchen zu tragen.

Zum Weiterlesen: Frauen wollen Männer mit Geld

Mich würde interessieren, ob die Frauen in der Community schon solche Erfahrungen gemacht haben? Oder was die Männer unter uns darüber denken?

Viele Grüße,

Anna

14 Kommentare zu „Wenn sich Frauen nur für dein Geld interessieren“

  1. Ich hatte auch mal so ein Date, der sich sehr über seinen Job und seine Finanzen identifiziert hat. Fettes Auto, lies das gerne raushängen.. und sich gleichzeitig wunderte, dass er selten bodenständigen Frauen kennen lernte. Man bekommt das als Partner, was man sich raussucht. Wer sich z.B. eine sehr modebewusste, gut durchgestylte Freundin raussucht, darf sich nicht über einen vollen Kleider-/Schuhschrank wundern. Ich führ so Diskussionen öfter mal mit Kumpels. Oder wenn nette Mädchen, die vielleicht etwas unscheinbarer sind oder ein paar kg zu viel haben, mit den Worten aussortiert werden: „Ich muss sie ja auch hübsch finden.“ Wenn dann aber eine Frau zu stark auf ihre Ernährung achtet, ist das auch schlimm.

    Ich bin froh, dass ich das Kapitel Partnersuche hinter mir habe. Ich habe meinen Freund im Studium kennen gelernt. Ich fands gut, dass wir beide ausreichend Geld hatten, dass wir nicht jeden Cent 2x rumdrehen mussten. Von je rund 800€ konnten wir gut leben. Gleichzeitig sind wir beide relativ genügsam aufgewachsen, ohne geizig zu sein. Luden und gegenseitig zum Essen ein und wenn Freunde bei uns sind, wird kein Geld verrechnet. Dann bringt jeder eben ein paar Zutaten oder Bier mit oder lädt uns mal ein. Was wir jeweils verdienen ist uns egal. Wir verdienen mehr als wir zum Leben brauchen. Wir freuen uns über Gehaltserhöhung beim anderen und unterstützen uns, wenn jemand den Job wechseln oder die Wochenstunden anpassen will.

    Spannender wirds erst mit Kindern. Ich wünsche mir einen Partner, der genügend Geld verdient, dass ich nicht 40h arbeiten muss. Als Mutter will ich mich um meine Kinder kümmern können.

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    1. Ja, genau, irgendwie haben viele Leute so Widersprüchlichkeiten und seltsame Ansprüche, die aber relativ irrelevant sind. Am Ende des Tages ist entscheidend, welche Emotionen der Partner in uns hervorruft, ob wir mit jemandem zusammen sein wollen oder nicht. Da spielt, finde ich, solche Oberflächlichkeiten wie Geld oder Aussehen gar keine so große Rolle. Wie soll das über einen langen Zeitraum auch wichtig sein? Will man seinen Partner verlassen, wenn er mal eine Durststrecke durchläuft? Und dann wieder ankriechen, wenn es bergauf geht? Wer braucht so einen Partner? Es ist bescheuert.

      Ich bin auch echt froh. Aber ich muss sagen, ich habe eigentlich nie gezielt aufs Geld geachtet. Wie auch? Der meiste Firlefanz hat sich in der Studienzeit abgespielt, und da verdient keiner ein Vermögen bzw. gar nichts. Mein Freund hatte das erste Jahr auch überhaupt nichts. Auch jetzt denke ich mir, was er verdienen wird, ist seine Sache. Ich glaube, ich bin für strikte Vermögensteilung 😀 Seins ist seins, meins ist meins. Über Kinder habe ich, ehrlich gesagt, noch gar nicht nachgedacht.

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      1. Ja. Man bekommt was man sucht, und viele suchen in der Diskothek ihre nächste große liebe fürs Leben… oder halt für die nächste Nacht.
        Das mit den Finanzen. Puh. So ein bisschen habe ich mich wieder erkannt. Mein Lieblingsthemen sind Geld/Börse/Marketing/Politik und Schokolade. Man zieht dann viele „Golddigger“ an und das ist irgendwie schade. Da dies echt nicht der Frauentyp ist, den ich mag.

        Zu den zu Wählerischen gehöre ich auch. Was sein muss ist, Machermentalität (Also Eigenverantwortung und nicht Oh mein leben ist so schlecht) und sie sollte Sport machen (Frauen die Sport machen, haben eher die Macher Mentalität 🙂 ) und Geld zu schätzen wissen, also es nicht Sinnlos verprassen. Das sind meine harten Fakten. Deswegen ist meine beste Freundin auch beste Freundin und nicht nur Freundin 🙂 Da fallen schon sehr viele Raus.

        Aber was erzähle ich, ich hab es eigentlich nie über eine Fernbeziehung gebracht, weil ich zu oft nein (Wie im letzten Jahr) gesagt habe…. Oft auch selbst doof war, und das Abitur eher mit mir, bzw. mit dem Jugendamt beschäftigt war als mit der Partnersuche.
        Auch dieses nicht zu genügen spielte bei mir oft mit rein. Ich weiß es ist irrational, wenn Sie auf dich zu kommt und du dann nein sagst, weil du angst hattest nicht zu genügen. Vorallem die angst Fehler zu machen, die man nicht mehr korrigieren kann, was an sich schon ein Fehler ist. Eigentlich eine Luxussituation, wenn ich mich so im Umfeld umhöre, es scheitert eher bei meinen Willen als bei den Frauen. Vlt. liegt es aber auch daran, dass ich jetzt erst langsam anfange mich für Frauen zu Interessieren. So aus Eigeninteresse. Früher war es irgendwie immer so halb aufgezwungen. Weil seitdem ich ende letzten Jahres meine Familie entfernt hatte, denke ich über viele Sachen anders nach. Man nimmt das andere Geschlecht auch stärker war #mit21indiePupertät?

        Sozialkompetenz zu steigern ist für mich dieses Jahr ein Hauptziel 🙂
        Vlt. wird das Ende des Jahres wieder was 🙂

        Studium und Geld sparen kommt auch Stark auf die Stadt drauf an. Sobald ich im Monat mehr als 330€ bekomme fange ich an zu Sparen 🙂
        N Tausender pro Monat könnte schon drin sein, vom Sparen her, wenn man sich anstrengt und in der Richtigen Stadt wohnt, grade als Student hast du ja das Werksstudierenden Privileg #kaumsozialabgaben #BafögerhöhtnichtdasSteuerbareeinkommen 🙂

        @ Anna was meinst du mit Firlefranz? 😀

        Über die Vermögensaufteilung werde ich mir dann Gedanken machen, wenns soweit ist 🙂

        Gruß,

        Pascal

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      2. Ich habe mich erst nach dem Abi auf das Thema Jungs eingelassen. Ich kam gut alleine klar und fand es super schwierig, jemanden in meine Privatsphäre zu lassen. Zumal ich immer im Kopf hatte: Derjenige muss für Heirat / Kinder und Goldene Hochzeit herhalten. Ziemlich genaue Vorstellungen hatte ich im Kopf. Am Ende wurde es ein Soziologe (no go: Laberfach!) und eine Wochenendbeziehung. Und es kam die Erkenntnis: Wenn es nicht passt, ist der erste Freund eben nicht der letzte. Mittlerweile wohnen wir über 4 Jahre zusammen. Zweite Erkenntnis: Man lernt sich in einer Beziehung selbst besser kennen und merkt erst dann, was man wirklich will. Mein Freund ist ganz anders als ich es „geplant“ hatte, aber das ist gut so. Er muss nicht alle Interessen mit mir teilen, die Grundwerte müssen passen. Wir sind z.B. beide sehr umgänglich, suchen immer Kompromisse und streiten uns nie. Man entwickelt sich gemeinsam, sodass man immer mehr zusammen wächst.

        Pascal, wo wohnst du jetzt, dass du ab 330 Euro schon sparen kannst?

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      3. Ich hatte noch nie Vorstellungen von einer Hochzeit oder so … besonders als Single kam mir das nie in den Sinn, weil ja gar keiner da war, den man heiraten hätte können. Erst mit Freund rückt das hin und wieder ins Blickfeld. Aber ich weiß noch nicht so genau. Auf das Studienfach habe ich eigentlich auch nie geachtet. Ich wüsste nicht, wieso … ? Geplant hatte ich eigentlich auch nie was … 😀 Ich hatte nur so das Bauchgefühl, dass es sehr schön und erstrebenswert ist, wenn man einen Mann findet, mit dem man sich wohl fühlt. Sich miteinander zu entwickeln, finde ich auch wichtig und vor allem spannend. Und alle Interessen muss man auch nicht teilen, noch nicht mal Ansichten. Als ich den Artikel „Vater Staat“ geschrieben hatte, hatte ich ein paar interessante Diskussionen mit meinem Freund. Er vertritt teilweise ganz andere Ansichten. Da habe ich mir kurz vorgestellt, wie es wäre, wenn er 1-1 die gleiche Meinung wie ich hätte. Und da habe ich festgestellt, dass das schrecklich wäre! Seither bin ich mega dankbar, dass er immer so wichtigen Input liefert, über den ich nachdenken kann 🙂

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      4. Hi Anna, ich wollte als Jugendliche einen „klugen“, ehrgeizigen Freund, weil ich mich über Schulnoten sehr identifiziert habe. Ich hatte ziemliche Vorurteile gegen „Laberfächer“: Das studieren nur Leute, die kein Mathe können und nicht wissen, was sie mal beruflich machen wollen. Aber da wurde ich zum Glück eines Besseren belehrt. Im Nachhinein ist es natürlich total egal, was der Partner macht. Und wie du schon sagst: Es ist gut, wenn der Partner seine eigene Meinung hat.

        Wegen Hochzeit rudere ich wieder zurück. Als Jugendliche hatte ich das fest „eingeplant“. Wenn man den Richtigen findet, dann gehört so eine Hochzeit dazu. Jetzt denke ich mir eher: Es geht auch ohne Heiraten. Wenn mein Freund nicht will, werde ich ihn auch nicht überreden.

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    2. (#4)Huch man kann nur 3 mal Antworten, dann antworte ich mal hier oben in der Hoffnung, dass es Unten richtig angezeigt wird.

      Ich wohne in Jena 🙂 in einer WG für 225€ Warm. Das schöne an Jena isr, du hast Ost Mieten, der Verdienst ist aber teilweise über dem West Niveau. Besonders im E-Comerce und in der Herstellung von Optischen Gerät ist Jena gut 🙂
      Problem an Jena: Du solltest nicht laut sagen, dass du den Kommunismus blöd und Kapitalismus gut findest. Hatte letztes Jahr deswegen auch Antifanten bei mir.
      Ja, das mit den gleichen Werten. Deswegen regt es mich ja so auf, dass ich letztes Jahr zu einer Person nein gesagt hatte. Wir hatten extrem ähnliche Wertevorstellungen, das hatte ich noch nie erlebt. (Und auch keine Soziologin 🙂 ). Das einzige was mich ins Schwimmen gebracht hatte war, dass sie nach dem Bachelor Kinder bekommen wollte. Ich aber erstmal die 100k vollmachen wollte. Anstatt das anzusprechen, habe ich es in mir selbst ausgetragen. Ja, war dumm von mir, aber der Situation entsprechend, diese ganzen Ereignisse mit der Familie haben dazu geführt, dass ich irgendwie, letztes Jahr, Probleme nicht angesprochen hatte etc. Hab mich einfach nicht gut gefühlt.

      Partner bis man Alt wird. Hm. Weiß nicht, jemanden so lange zu behalten, weiß nicht. Hab mir nie Gedanken drüber gemacht.

      Mit den Soziologen haben wir hier auch ein Problem. Sie wollen an der Uni einen Vorschreiben wie man zu Reden hat. Das die Welt doch ein Ponyhof sei und man Kinder ja nicht belasten solle. Aber wenns dann ums richtige Arbeiten geht, werden Sie vom Großen Patriarchat unterdrückt. Und man selbst darf keine Kritik üben da man ein Weißer Civ gender ist (Keine ahnung was das sein solle?). Und man ist natürlich für diese Leute ein Nazi. Obwohl ich ein Syrer in meine Wg aufgenommen habe. Verstehe einer mal diese Leute.

      Der Stura hier ist auch eher an „Feministischen Exempeln“ interessiert als an der Realen Umsetzung. Wir hatten vor 3 Jahren deshalb keinen Uni Haushalt, da sich lieber über soetwas Politisches gestritten worden ist. Btw. die Anarchistische Bewegung, die du vlt. vom g20 Gipfel kennst hat unsere Uni auch mit Geldern unterstützt.

      Jena ist super günstig, aber extrem Links
      Und es fällt mir echt schwer in dieser Stadt gleichgesinnte zu finden, die auf Unternehmertum und Eigenverantwortung stehen. Das fiel mir sonst eigentlich immer leicht.

      Gruß,

      Pascal

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      1. Oje, Pascal, das hört sich bei euch echt schlimm an. Sowas habe ich bisher nicht erlebt. Lebe ja im Süden, wo man Arbeit und Geld gefühlt hintergeschmissen bekommt. Da wird man bemitleidet, wenn man nur 2.000€ netto nach Hause bringt. Wie soll man sich denn da die 400€ Leasing-Rate fürs Auto zahlen? 😀 Willst du in der Gegend bleiben?

        Das 100k-Ziel habe ich übrigens auch. Ich will 100k Vermögen haben, bevor ich eine Familie gründe. Geht zwar natürlich auch ohne, aber ist so ein kleiner Traum von mir. Kinder direkt nach dem Studium klingt komisch, wenn die biologische Uhr nicht tickt. Es ist angenehm, wenn man die Zeit hat, selbst „erwachsen“ zu werden.

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  2. Hallo Anna!
    Ich als Mann kann dazu nur sagen, dass du Recht hast, wenn du denkst es sei Prostitution. Einige Männer werden mit mir nicht einverstanden sein, aber ich sehe das wie folgt: – Männer wollen eigentlich auch geliebt werden und sehnen sich nach einer Partnerin, die sie liebt, denen sie vertrauen können. Durch schlechte Erfahrungen (wurden versetzt, betrogen, gedemütigt) wurden sie im Stolz verletzt und „kommen vom Weg ab“. Auch durch falsche Vorbilder und falsches Frauenbild in der Gesellschaft (Musik, Werbung, usw.) vergessen sie ihr Ziel und fangen an Frauen als Objekte zu sehen. An diesem Punkt sagen sie, sie wollen keine Ehefrau, sie wollen die „Schwierigkeiten“ der Frau nicht auf sich nehmen. Sie wollen lieben nur Spass. Dann vergnügen sie sich. Das muss nicht immer nur etwas sexuelles sein. Männer zeigen IHRE Frauen gerne in der Öffentlichkeit. Sie werden wie Errungenschaften und Luxusobjekte wie Autos der Öffentlichkeit präsentiert. Das gibt diesen Männern zusätzlich Selbstvertrauen.
    Ich weiss nicht wie sie sich danach fühlen. Ich würde es mit einem Alkoholrausch vergleichen. Für einen kurzen Moment fühlt man sich gut und wertvoll. Sie können dabei ausblenden, dass die Frau nur am Geld und nicht an die Person interessiert ist. Am nächsten Tag, wenn die Frau weg ist, weiss ich nicht wie einsam sich die Männer fühlen. Ich würde mich verkatert und sehr einsam fühlen. Wenn sie dann krank werden und keiner zu Besuch kommt, oder am Sterbebett liegen, merken sie vielleicht, dass sie vom Weg abgekommen sind.

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    1. Hey! 🙂
      Ja, jeder Mensch möchte für das geliebt werden, was er ist. Nahezu bedingungslos! Deswegen ist es ein großes Geschenk, wenn man jemanden trifft, der genauso verrückt oder seltsam ist, wie man selber. Bei dem man sich Zuhause fühlt und auch mal komisch sein kann. Bei dem man sagen kann, was man denkt. Bei dem man weiß, dass derjenige loyal zu einem steht – in nahezu jeder Situation. Hier beginnt der Aspekt „Äußeres“ und „Geld“ in den Hintergrund zu rücken. Spaß und tiefe Zuneigung machen sich breit.

      Ich glaube, der Vergleich mit dem Alkoholrausch ist sehr treffend. Tatsächlich ist es ja der Hormoncocktail, für den diese Männer bezahlen, um sich gut und wichtig zu fühlen. Der eine Mann in der Dokumentation sagt ja sogar offen heraus, dass er die Frau als „Accessoire“ sieht und sie stellt sich halt für Geld dafür zur Verfügung. Hier in Heidelberg versucht man das auch immer wieder zu etablieren. In unregelmäßigen Abständen macht hier so ein dubioser Club auf, wo man teuren Champagner kaufen kann und die Kellnerinnen mit High-Heels und tiefem Ausschnitt die Kundschaft bedienen. Dann machen die Typen, die mit ihrem geliehenen Luxusauto vor der Tür parken, Fotos, wo sie zwei solcher Kellnerinnen im Arm halten und fühlen sich ganz toll! Zum Glück hält sich sowas nie lange hier ^^

      Ich glaube, die Männer, die sich für die Einsamkeit entscheiden, lassen sich von ihren Ängsten beherrschen. Ja, es besteht das Risiko, ausgenommen zu werden. Ja, es besteht das Risiko, an die falsche Frau zu geraten und verletzt zu werden. Aber diese Risiken muss man eingehen. Es ist deutlich schlimmer, mit 50 oder 60 ganz alleine im großen Haus zu sein und niemanden da zu haben, der sich sorgt oder einem beisteht, wenn man durch schwierige Zeiten geht. Diese Situation ist sogar sehr gefährlich: Was ist, wenn man einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hat, und niemand ist da? Das ist doch schrecklich und traurig :/

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  3. Ich glaub du triffst einen harten Kern. Ich versuche mir die Sachen immer evolutionär abzuleiten. Die Frau musste sich früher lange um das Kind kümmern und dieses auch austragen. Von da aus wollen eben diese einen Partner der Sicherheit vermittelt, Zuverlässig und Loyal ist. Da Passt das Geld rein, ist aber nicht alles 🙂

    Ich kenne viele Leute, im besonderen HNWI, die sich für das Unternehmen und gegen die Frau entschieden haben.
    Und wenn ich mich an letztes Jahr zurück erinnere, dann habe ich mich (aus Dummheit), auch gegen eine Beziehung entschieden.
    Liebe und Anerkennung will jeder. Ich liebe es auch, wenn ich mit meiner besten Freundin vor dem Fernseher auf der Couch gammel, wir Kuscheln und ich ihr durch die Haare Wuschel 😀 das sind so meine OnemillionDollarMoments 🙂

    Das bei der MGTOW Bewegung viel schmerz mitspielt glaube ich auch. Mein Pa ist so einer und der ist nicht glücklich…
    Beim Pickup, oder wie ich es nenne, das Statistische Frauenaufreißen, spielt bei vielen auch sehr viel Schmerz mit. Schmerz ist ja grundsätzlich was gutes, weil wenn du Schmerz spürst, änderst du hoffentlich etwas an deinem Leben. Manche denken es geht dann darum möglichst viele Frauen ins Bett zu bekommen. Mutieren dann zu A… Das es für einen Eigentlich nur eine Hilfe im Leben sein sollte, da Flirten und Verkaufen nicht weit entfernt sind, bemerken wenige. Ich finde Pickup generell gut, solange man nicht anfängt sein gegenüber überzuinterpretieren. Es kann einen auch Helfen bessere Beziehungen zu führen 🙂

    Ich lese hier aber auch heraus, dass du bei der Prostitution ein Negatives Bild hast. Stelle dir mal einen älteren Menschen vor, dessen Ehefrau verstorben ist. Für ihn ist es gut, dass es so etwas gibt. Oder die Korrelation zwischen Ländern in denen Prostitution verboten ist und Vergewaltigungen. Wer gegen Prostitution ist, ist für Vergewaltigung. In den Medien hört man immer nur von Zwang und so weiter, aber seit wann berichten die Medien Positiv oder richtig gewichtet? Ich habe Hochachtung vor solchen Personen, denn ich würde so einen Job nicht ausüben wollen. Es ist wie mit den Drogen, es wird immer eine Nachfrage danach sein. Siehe dir an, was die Kommunalregierung von Berlin macht, die lassen ein Bordell nach dem nächsten schließen und wundern sich warum der Straßenstrich immer größer wird. Es aber Öffentlich zu machen und dann auch noch zusätzlich Steuern zu erheben (nach dem Düsseldorfer Verfahren) finde ich besser als es zu verbieten oder es negativ zu sehen.

    Btw. Auch hier hat unsere Bundesregierung letzte Jahr durchreguliert. Das neue Prostitutionsschutzgesetzt gehört auch in die Kategorie lieb gemeint, hat aber nicht so tolle Auswirkungen, im Besonderen für die Kommunen und Kleinwohnungsbetreiberin. Aber an sich hat das Gesetz gute Ansätze 🙂

    Zum Schluss bitte ich dich die drei Links mal zu sichten 🙂
    Q and A mit einer Liebesdame

    Youtubechanel von einer Liebesdame die über ihren Job Blogt
    https://www.youtube.com/channel/UCuwZuVU-J-wdRSV7nQipl8A

    Die auswirkungen des Prostitutionsschutzgesetztes (Habe ich nur überflogen) scheint aber einen Wundenpunkt zu treffen
    https://www.vice.com/de/article/7bjep4/das-neue-prostitutionsgesetz-macht-alles-noch-schlimmer-473

    Gruss,

    Pascal 🙂

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    1. Hey Pascal!
      Bei PickUp kenne ich mich leider gar nicht gut aus. Aber ich habe vor ein paar Monaten gelesen, dass es selbst in der Antike sowas wie „Pick-Up“-Literatur gab: und zwar von Ovid! Die „Ars amatoria“ – dort beschreibt er, wie man Mädchen kennen lernen kann und sie am Besten anspricht usw. Erstaunlich, oder? 😀

      Prostitution sehe ich mit gemischten Gefühlen. Wahrscheinlich weil es mir wie dir geht: „denn ich würde so einen Job nicht ausüben wollen.“ Als Porno-Star oder Edelhure kann ich das schon besser nachvollziehen, weil hier potentiell viel Geld fließen kann. Gerade im ersten Fall (Skalierung). Es ist prinzipiell keine dumme Strategie, das muss man zugeben, egal, wie man es moralisch hält. Einige Sternchen, die mittlerweile ausgestiegen sind, kann man nur für ihr heutiges Leben beneiden :/ (finanziell frei innerhalb paar Jahre, Marke aufgebaut, etc.) Ob ihr der Weg bis dahin wert ist, das muss aber jede Frau für sich selber entscheiden. Die Links sehe ich mir gerne mal an 🙂

      Dass der Staat mal wieder Verschlimmbesserungen zu machen scheint, wundert mich überhaupt nicht…

      VG

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      1. Ja du sagst es, als Business. Ein schlechter Deal ist es mit nichten. Wenn ich so bedenke, der Mindestlohn in Ungarn, Lettland, Rumänien, Kroatien etwas über zwei Euro liegt. Nur wenn du keine Kunden hast, biste gearscht, du musst jetzt den Staat pro Tag 25€ überweisen wenn du in dem Bereich arbeitest, Pauschal, egal ob du Kunden hast oder nicht. Das Gesetzt zieht auch die ganze Transparenz aus dem Markt und lässt somit den A…. freien lauf.
        Auch für Wohnungsvermietungen, in dem Bereich kann man durchaus die 4 Fache Monatsmiete rausholen 🙂 hat dafür aber auch höhere Abschreibungen.
        Interessant alle male 🙂 Mindgeek hat in dem Porno bereich ein Monopol und weit und breit keine Monopolkomission in sicht 😀 (Auch fürs Marketing allgemein ist Mindgeek einen weiteren Blick wert 🙂 )
        Die Skalierbarkeit der eigenen Person ist ein Keyfaktor, du sagst es 🙂

        Was man so aus der Darstellerbranche hört, ist das die Margen extrem sinken. Also meist nur vom Drehen zu leben schaffen die Wenigsten.
        Funfact: Wir haben Letztes Jahr eine Konferenz Veranstaltet: Freiheit ist Future. Ich habe zu Anfang den Vorschlag gemacht Werbung mit Lucy Cat zu machen, da sie auch eine Liberale ist 😀 und es für beide eine Win-Win Situation wäre. So eine Art Freiheitsfilm, oder sie gleich einzuladen 😉 Das Zieht 😀
        (Aber leider wurden alle meine Vorschläge abgelehnt…)

        Das mit den Büchern über Frauen kann ich mir gut vorstellen 🙂
        Das Buch von Dale Carnegie: „Wie man Freunde gewinnt“, gibt es ja auch nicht seit heute 🙂
        Menschen haben immer die gleichen Probleme, und damit lässt sich seither auch immer Geld verdienen 🙂

        Gruss,

        Pascal 🙂

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      2. Nun ja. Ich weiß nicht so genau, wie ich darüber denken soll. Das muss jede(r) selbst für sich entscheiden. Ich kenne keinen einzigen Darsteller, deswegen kann ich dazu gar nichts sagen ^^ Die Idee mit Lucy Cat wäre provokativ gewesen und hatte die FDP das nicht schon mal versucht? Mit Dolly Buster, oder?

        Genau, einige Probleme wird es geben, solange es Menschen gibt. Gerade was physiologische Bedürfnisse angeht oder Informationen, wie man seine Beziehungen schöner gestalten kann usw 🙂

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